Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) kooperieren seit 1976 auf dem Feld der Gesundheitsforschung mit dem Schwerpunkt Krebsforschung. Nach nahezu 25-jähriger Zusammenarbeit in der Biotechnologie verlagerte sich die Kooperation von der Grundlagenforschung auf anwendungsorientierte Projekte zwischen israelischen Forschergruppen und deutschen Unternehmen.
Die Kooperation zwischen BMBF und dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) im Bereich Krebsforschung besteht seit 1976. Sie wird vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) sowie israelischen Forschungseinrichtungen und Universitäten umgesetzt.
Die gemeinsamen wissenschaftlichen Projekte mit jeweils dreijähriger Laufzeit setzen sich aus einem israelischen und einem DKFZ-Teilprojekt zusammen. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind Gentechnologie und Molekularbiologie.
Herausragende Forschungen: Aaron Ciechanover von der medizinischen Fakultät des Technions in Haifa hat 2005 den Nobelpreis für Chemie für ein Forschungsthema erhalten, das von 1999 bis 2003 auch von DIP gefördert wurde. Gemeinsam mit Avraham Hershko, seinem israelischen Doktorvater, und dem amerikanischen Wissenschaftler Irvin Rose entdeckte er den durch Ubiquitin vermittelten zellulären Proteinabbau, einen Vorgang, der von großer Bedeutung unter anderem für den Schutz vor Tumoren im Rahmen der Krebsforschung ist. Dies war der erste Nobelpreis in den Wissenschaften, der an israelische Forscher vergeben wurde.
Diese Forschung wurde zuvor bereits in mehreren deutsch-israelischen Kooperationsprojekten vorbereitet: So förderten GIF, die Volkswagenstiftung sowie die interministerielle Kooperation zwischen BMBF und MOST insgesamt vier Projekte.
In einem Projekt von Wissenschaftlern des DKFZ und des Hadassah-University Hospital in Jerusalem (1999-2002) konnten mit Hilfe genetisch veränderter Mastzellen Genprogramme identifiziert werden, welche für die Funktion von Immunzellen bei Entzündungsreaktionen - letztere sind häufig eine der Grundlagen bei der Entstehung von Krebs - essentiell sind.
Auf dem Gebiet der Biotechnologie wurde die Zusammenarbeit in grundlagenorientierten Projekten im Jahr 2000 nach rund 25 Jahren auf anwendungsnahe Kooperationsvorhaben zwischen israelischen Forschergruppen und deutschen Unternehmen ausgerichtet. Auf dieser Basis baut die Förderaktivität "German-Israeli Cooperation in Biotechnology - BIO-DISC" auf. Die 2004 gemeinsam mit dem Office of the Chief Scientist (OCS) des Ministeriums für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL) ins Leben gerufene Kooperation unterstützt bilaterale Forschungsverbünde zwischen deutschen und israelischen Unternehmen unter Einbeziehung von Forschungseinrichtungen beider Länder. Im Sommer 2008 soll die vierte Ausschreibungsrunde dieser erfolgreichen Kooperation veröffentlicht werden.
Herausragende Forschungen: Eine Forschungsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft und des Weizmann-Institutes entschlüsselte die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen pathologischer Bakterien. Diese Forschungsergebnisse wurden im Jahr 2000 von der Fachzeitschrift Science in ihrer Bedeutung an zweiter Stelle nach der Entschlüsselung des menschlichen Genoms ausgeführt.
Im Rahmen einer Vereinbarung zur wissenschaftlichen Kooperation in der Gesundheitsforschung zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland fördert das BMBF seit 1976 bilaterale Forschungsprojekte aus dem biomedizinischen Bereich. 1998 wurde die thematische Ausrichtung des Programms von dem bisherigen Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Forschung auf die Neurologische Forschung mit Themen wie Epilepsie, Alzheimer, Neuronale Degeneration sowie molekulare und zelluläre Mechanismen der Hirnfunktion verlagert. Seit 2003 läuft ein erfolgreiches Austauschprogramm für Nachwuchswissenschaftler.
Herausragende Forschungen: Einem Team aus der Klinik für Epileptologie der Universität Bonn und der Abteilung für Physiologie der Hebräischen Universität gelang es, Schlüsselmechanismen der Anfallsentstehung im epileptischen Gehirn zu identifizieren.
Projekte und Forschungsaufenthalte im Bereich Medizinwissenschaften werden von den Programmen des BMBF/MOST/MOITAL sowie DIP, Minerva, GIF, AvH, DFG und MPG gefördert. Zu einigen Bereichen der Medizinwissenschaft existieren an verschiedenen israelischen Forschungseinrichtungen Minerva-Zentren.
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