Umweltforschung

Die Kooperation im Bereich der Umweltwissenschaften hat die längste Tradition und besteht seit 1974. Es gehören neben Themenfeldern der Wassertechnologie auch die Erforschung des Globalen Wasserkreislaufs und die Meeresforschung zum Spektrum der Zusammenarbeit.

Wasser

Die Kooperation im Bereich Wassertechnologie zwischen BMBF und dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) besteht seit 1974. Thematische Schwerpunkte sind Abwasserbehandlung, Abwasserspeicherung und -wiederverwendung, Grundwasseruntersuchungen und -sanierung, Trinkwasseraufbereitung, Gesundheitsaspekte der Trinkwasserversorgung und integriertes Wasserressourcen-Management. Beide Länder beabsichtigen, 2008 die industrielle F&E-Kooperation im Bereich der Wassertechnologien zu stärken durch gemeinsame 2+2 Projekte. 

Neben den technologisch orientierten Themenfeldern wird auch der globale Wasserkreislauf unter den Bedingungen des globalen Wandels im Rahmen des Gesamtprogramms GLOWA erforscht. Ziel ist es, mit Hilfe von wissenschaftlichen Strategien die Verfügbarkeit, Qualität und Verteilung der lebensnotwendigen Ressource Wasser sicherzustellen. Ein Teilprojekt ist das GLOWA Jordan River-Projekt (JR), in dem deutsche, israelische und jordanische Partner zusammenarbeiten. Es handelt sich um ein interdisziplinäres Projekt zur Abschätzung der Vulnerabilität von Menschen und Ökosystemen. Es untersucht verschiedene Methoden des Wasser- und Landmanagements und ihre ökologischen und sozio-ökonomischen Auswirkungen. Die Ergebnisse sollen in andere semi-aride Regionen mit grenzüberschreitenden Wasserressourcen übertragbar sein. Im Deutsch-Israelischen Wissenschaftsjahr 2008 geht GLOWA JR in die Implementierungsphase.

Ein weiteres regionales, vom BMBF gefördertes und seit 2006 im unteren Jordantal durchgeführtes Verbundprojekt ist SMART- Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies. Ziel des multidisziplinären und multilateralen Projektes ist die Entwicklung transferierbarer Ansätze zum integrierten Wasserressourcenmanagement in semi-ariden Regionen. Hierzu erfolgt die umfassende Beurteilung aller verwertbaren und bisher ungenutzten Wasserressourcen des Projektgebietes einschließlich des Grundwassers, der Abwässer, stark salzhaltiger Wässer und der Flutwässer. Durch projektübergreifende Koordinierung werden die Arbeiten mit anderen Projekten in der Region wie z.B. GLOWA abgestimmt und Ergebnisse ausgetauscht.

Herausragende Forschungen: Eine wissenschaftliche Innovation im Rahmen des GLOWA JR-Projektes ist neben der Untersuchung von "blauem" (d.h. vom Menschen genutztem Grund- und Oberflächenwasser) auch die Erforschung von "grünem", in natürlichen Ökosystemen und Wäldern vorkommendem Wasser und dessen mögliche Nutzung in der Landwirtschaft. Darüber hinaus untersucht GLOWA JR die Möglichkeiten von Entsalzung und Wiederverwendung von Abwasser unterschiedlichen Klärungsgrades. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Nutzung des Mar Saba-Feshcha-Gebietes als mögliche Süßwasserressource für die palästinensische Bevölkerung in der Umgebung von Jericho.

Meeres- und Geowissenschaften

Die Zusammenarbeit mit Israel in der Meeresforschung begann 1995 mit einem deutsch-israelischen Verbundprojekt zur Entwicklung von biologischen Indikatoren für ein Frühwarnsystem mit übergreifender statistischer Auswertung in israelischen (Mittelmeer, Rotes Meer) und deutschen Gewässern (Nordsee). 2002 wurde durch die Verabschiedung des Aktionsplanes "German-Israeli Cooperation in Marine Sciences and Geosciences" die Neuorientierung des Kooperationsgebietes in die Wege geleitet. Schwerpunkte der sechs seit 2006 laufenden Gemeinschaftsprojekte sind Wechselwirkungen zwischen Meer, Land und Atmosphäre, seismische und andere natürliche Risiken sowie Veränderungen in marinen Ökosystemen als Indikatoren des Globalen Wandels.

Im Herbst 2008 soll ein bilateral finanziertes Austauschprogramm für Nachwuchswissenschaftler gestartet werden.

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