Neben den aufgeführten Schwerpunkten der Kooperation sind nahezu alle naturwissenschaftlichen und technologischen Forschungsgebiete Bestandteil der bilateralen Zusammenarbeit. Darüber hinaus besteht auch eine intensive Kooperation in der Berufsbildung.
Das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung, das vom BMBF und vom israelischen Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL) getragen wird, existiert seit 1969 und wird im Auftrag des BMBF von der InWEnt - Internationale Entwicklung und Weiterbildung gGmbH durchgeführt.
In den Anfangsjahren diente das Programm vor allem der individuellen Qualifizierung israelischer Fachkräfte in Deutschland. Ab 1976 haben Fach- und Führungskräfte im Rahmen von Fachinformationsreisen die Möglichkeit erhalten, die berufliche Bildung im jeweils anderen Land kennen zu lernen. Prägende Arbeitsformen sind Workshops und bilaterale Kooperationsprojekte.
Die Workshops bieten deutschen und israelischen Fach- und Führungskräften die Möglichkeit eines intensiven Erfahrungsaustausches zu einem speziellen Fachthema der Berufsbildung wie bspw. "IT-Weiterbildung" und "Unternehmerische Selbständigkeit in der Berufsbildung".
Zu den laufenden Projekten gehören die deutsch-israelischen Kooperationen in der Mikrosystemtechnik sowie zum Thema "Kompetenzrahmen und Kreditpunkte im IT-Sektor". In der Mikrosystemtechnik geht es um die gemeinsame Entwicklung von Curricula und exemplarischen Lernmaterialien sowie deren didaktische und multimediale Aufbereitung. Die Kooperation im IT-Sektor wird sich in den nächsten zwei Jahren darauf konzentrieren, Ansätze zu entwickeln, wie vor dem Hintergrund der aktuellen europäischen Diskussion über Kompetenzrahmen und Kreditpunkte die berufliche Mobilität von israelischen und deutschen Fachkräften in der IT-Branche gefördert werden kann.
Die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) konzentrierte sich innerhalb des BMBF-Programms LASER 2000 auf Grundlagen für neue Lasergenerationen und die Erschließung neuer Anwendungsfelder.
2004 fand eine Neuausrichtung der Kooperation statt mit dem Ziel, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bei F&E-Vorhaben zu unterstützen. Partner auf israelischer Seite ist nun das Office of the Chief Scientist (OCS) des MOITAL.
Die Kooperation zwischen BMBF und MOST in der Materialforschung hatte sich mit Schwerpunkten wie der Entwicklung von Magnesiumlegierungen oder Materialien für neue Batterieentwicklungen in das damals aktuelle BMBF Materialforschungsprogramm MaTech eingepasst.
Mit der Veröffentlichung des BMBF-Programms "WING - Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft" wurde im Jahre 2003 ein neues Kooperationsmodell für internationale Projekte eingeführt. Dieses Kooperationsmodell sieht vor, dass auf beiden Seiten mindestens 2 Partner aus Industrie und Forschungseinrichtung an dem Verbundprojekt beteiligt sind. Die Forschungseinrichtung kann sowohl als Unterauftragnehmer der Industrie oder als eigenständiger Partner gefördert werden. Die deutschen Partner werden dabei vom BMBF, die israelischen von OCS/MOITAL gefördert. Aktuelle WING-Schwerpunkte sind u.a. bionische Materialien, rechengenaue Materialwissenschaft, Leichtbauweise und elektromagnetische Materialien.
Projekte und Forschungsaufenthalte in den genannten Bereichen sowie weitere Themen aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich werden von den Programmen des BMBF/MOST/MOITAL sowie DIP, Minerva, GIF, AvH, MPG und DFG gefördert.
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