Deutschland und Israel sind führende Wissenschaftsnationen. Die Deutsch-Israelische Kooperation in Forschung und Technologie begann in 1959 zwischen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und dem Weizmann-Institut und hat sich zu einem wichtigen Faktor in den Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickelt.
Angefangen bei Johannes Gutenbergs Buchdruck über Carl Friedrich Benz' Automobil und Einsteins Relativitätstheorie bis hin zu Karlheinz Brandenburgs MP3-Format - Wissenschaft und Forschung haben in Deutschland Tradition. Rund 10 Prozent aller jemals verliehenen Nobelpreise gingen an deutsche Wissenschaftler. In den letzten 15 Jahren wurde die Arbeit von acht deutschen Forscherinnen und Forschern mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Es verfügt über ein hoch differenziertes Wissenschaftssystem: Neben den Universitäten betreiben vier Forschungsorganisationen, öffentliche und private Forschungszentren sowie ca. 260 spezialisierte Universitäten und Fachhochschulen Spitzenforschung. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 750 staatlich finanzierte Forschungseinrichtungen, hinzu kommt die Forschung und Entwicklung in Industrie-Unternehmen. Insgesamt arbeiten in Deutschland mehr als 250.000 Wissenschaftler.
Die Stärken der deutschen Forschung liegen traditionell in den Bereichen Maschinenbau, Chemie, Medizin, Physik und Mathematik. Deutsche Wissenschaftler zählen aber auch in neuen, zukunftsweisenden Gebieten wie Umweltforschung, Informations- und Kommunikationstechnik, Neurowissenschaften, Biotechnologie, Optische Technologien und Mikrosystemtechnik zu den führenden Köpfen. Im Bereich Nanotechnologie liegt Deutschland sogar auf Platz eins. 2003 wurden mehr als 13.000 deutsche Erfindungen europaweit patentiert. Somit entfallen fast ein Viertel der europäischen Patente auf Entwicklungen deutscher Wissenschaftler.
Deutschland ist heute ein attraktiver Standort für die moderne Wissenschaft. Die seitens der Bundesregierung beschlossene High-Tech-Strategie soll Deutschland in die Lage versetzen, auch in Zukunft im internationalen technologischen Wettbewerb bestehen zu können.
Israels Rahmenbedingungen - klein und nahezu ohne natürliche Ressourcen - ließen schon seinen ersten Staatspräsidenten, Chaim Weizmann, erkennen, dass Intelligenz der "einzige Rohstoff ist, über den wir verfügen." Mit dem Daniel-Sieff-Institut (dem Vorläufer des Weizmann-Institutes), der Hebräischen Universität, dem Technion und einigen kleineren Einrichtungen entstand bereits vor der Staatsgründung Israels eine wissenschaftliche Infrastruktur, auf die der junge Staat nach 1948 aufbauen konnte.
Bei seiner Gründung ein landwirtschaftlich strukturiertes Land, zählt Israel heute zu den führenden Wissenschaftsnationen der Welt. An seinen sechs Universitäten und dem Weizmann-Institut sind nahezu 120.000 Studenten eingeschrieben. Darüber hinaus verfügt Israel über eine Fernuniversität, ein Netz von Colleges, sowie staatliche Forschungseinrichtungen wie das Volcani-Center für landwirtschaftliche Forschung, ein geophysikalisches, ein ozeanographisches, ein geologisches und ein biologisches Forschungszentrum sowie die Israel Space Agency als nationale Raumfahrtbehörde. Zwei israelischen Forschern wurde in den vergangenen Jahren der Nobelpreis verliehen: 2002 erhielt Professor Daniel Kahneman den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften, 2004 der israelische Forscher Aaron Ciechanover den Nobelpreis für Chemie.
Israel gehört zu den führenden Nationen im Bereich Kommunikationstechnologie und Lebenswissenschaften.
Mit einem Anteil von 4,8 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) investiert Israel mehr als jedes andere Land in Forschung und Entwicklung und verfügt - gemessen an seiner Bevölkerung - weltweit über die höchste Wissenschaftler- und Ingenieurdichte.
Die Deutsch-Israelische Kooperation in Forschung und Technologie begann in 1959 zwischen der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und dem Weizmann-Institut und hat sich seither zu einem wichtigen Faktor in den Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickelt.
Deutschland ist heute nach den USA Israels wichtigster Kooperationspartner und hat wesentlich zur Integration Israels in den europäischen Forschungsraum beigetragen. Eckpfeiler der Zusammenarbeit sind die Minerva-Stiftung, die interministerielle Forschungskooperation zwischen BMBF, BMU und den israelischen Ministerien für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) und Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL), die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF), die Deutsch-Israelische Projektkooperation (DIP) und das Deutsch-Israelische Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung.
Neben den Kooperationsprogrammen des BMBF sind eine Reihe durch BMBF und andere staatliche Stellen geförderte Organisationen, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), aber auch private Stiftungen, vor allem die VW-Stiftung, die Thyssen -Stiftung und die Krupp-Stiftung, an der Förderung der Zusammenarbeit beteiligt. Darüber hinaus unterstützen die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die Kooperation zwischen den beiden Ländern.
In allen Programmen und -Aktivitäten genießt die Förderung von deutschen und israelischen Nachwuchswissenschaftlern einen besonderen Stellenwert. Um dem Rechnung zu tragen, wird im Rahmen des Deutsch-Israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie 2008 erstmalig ein Nachwuchswissenschaftlerpreis ausgelobt, der künftig jährlich an ein dt.-isr. Team verliehen wird. Auch inhaltlich gibt das Wissenschaftsjahr neue Impulse: So ist die Neugründung eines Minerva-Zentrums der Geistes- und Kulturwissenschaften noch für 2008 geplant. Zudem wird die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern um das Feld "zivile Sicherheitsforschung" erweitert. Weitere Schwerpunktthemen sind Gesundheits- und Umweltforschung sowie Geistes- und Kulturwissenschaften.
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